Aus fränkischer Feder

Hier werden Ihnen in loser Folge literarische Kostproben unserer Mitglieder vorgestellt. Der nachfolgende winterliche Text wie auch das dazu passende Aquarell stammen von Rose Marie Merten

Es wird Zeit ... 
 

Nun zieht sie sich endgültig zurück, müde geworden nach einem langen und blütenreichen Sommer. Zauberhafte Träume begleiten sie auf dieser Reise. Das verflossene Jahr zieht einer Perlenkette gleich an ihr vorüber. Die Rose sagt adieu und weiß, dass die Ruhe nicht von Dauer ist.

Schneetreiben hat eingesetzt und scheint nicht enden zu wollen. Bald ist die Natur eingehüllt in ein weiches weißes Tuch. Nach Tagen liegt der Schnee zentimeterhoch. Von der Rose ist nichts zu sehen, nicht einmal erahnen kann man ihre Anwesenheit. Wohlig zugedeckt verbringt sie schlafend ihre Tage.


Eine Meise, oftmals auch zwei oder drei, hinterlassen Spuren und suchen ausdauernd nach Nahrhaftem. An die Rose denken sie nicht, erinnern sich nicht einmal an sie, scheinen sie vergessen zu haben. Die weiße Pracht hat alles nahtlos bedeckt und verwehrt Einblicke ins Innere. Aber irgendwann wird der Schnee weichen und Nähe erkennen lassen. Bis dahin vergehen allerdings noch etliche Tage.

 


Rose und Meise erwarten freudig das Ende des Winters. Belohnt werden sie mit einem zauberhaften Frühling, der Vorfreude erkennen lässt.