Aus fränkischer Feder

Der gebürtige Ansbacher Friedrich Wilhelm Güll wurde im 19. Jahrhundert vor allem durch seine Kinderlieder und Rätselgedichte bekannt. Hier eines aus dem Buch "Frühling, Frühling überall" von Gertrud und Walther Caspari, die Gülls Texte Anfang des 20. Jahrhunderts liebevoll aufbereitet haben.



Rätselgedicht Nr. 820

Wir Brüder, ihrer mehr als dreißig,
vom Morgen bis zum Abend fleißig,
wir treiben emsig dies und das,
und alles unter deiner Nas'.
Bald singen wir, bald sprechen wir,
bald schlingen wir, bald zechen wir.
Machst du vergnügt uns auf das Haus,
so lachen wir zum Fenster raus
und steh'n in Front im weißen Rock
zu ebner Erd, im ersten Stock.
Ist einer krank, zuckt dir sein Weh
vom Kopf hinab bis zu der Zeh;
und geht dann einer von uns fort,
ist dir's doch allemal ein Tort.
Drum glücklich, wenn wir sind gesund
einhundert Jahr und eine Stund!