Schaeff-Scheefen-Kurzgeschichten-Preis 2021:

„Woher der Wind weht …“

Der AutorenVerband Franken (AVF) schreibt in diesem Jahr zum sechsten Mal in Folge einen Schreibwettbewerb um den nach seinem Gründer Georg Harro Schaeff-Scheefen benannten Literaturpreis aus, diesmal unter dem Motto „Woher der Wind weht …“

Sicher, Franken ist dem Wind längst nicht so sehr ausgeliefert wie die Zugspitze oder der plattdeutsche Strand an der Nord- und Ostseeküste. Aber auch hier weht er, und so stellt sich die berechtigte Frage: Woher? Aus Nürnberg? Aus München oder Berlin? Oder gar aus dem fernen Brüssel? Oder wechselt er ständig die Richtung?

Geographisch und meteorologisch lässt sich die Frage vielleicht am besten auf dem Walberla oder auf dem Staffelberg beantworten, beide im 19. Jahrhundert besungen von dem (aus Baden stammenden) fränkischen „Nationaldichter“ Victor von Scheffel. Vom Wind umbraust, lassen uns diese Zeugenberge spüren, ob er uns ins Gesicht bläst oder ob wir ihn im Rücken haben. Hier, gut 500 Meter über dem Meeresspiegel, bekommen wir vielleicht auch Wind von windigen Geschäften, ehe sie sieben Meilen gegen den Wind stinken. Und wir können entscheiden, ob wir unsere Fähnchen nach dem Wind drehen und unsere Mäntelchen nach dem Wind hängen – selbst wenn wir dabei schwanken wie ein Schilfrohr im Wind.

Am allerliebsten sind uns natürlich jene Autorenkolleginnen und -kollegen, die gegen den Wind schreiben und es stört auch nicht, wenn sie einmal einen Wind fahren lassen. Im Gegensatz zu jenen, die vor solchen literarischen Aufgaben wie der Wind davonrennen!

Und hier noch ein paar Formalitäten, auf die wir leider nicht verzichten können:

Die eingereichten Geschichten müssen zwingend einen deutlich erkennbaren Bezug zu Franken haben. Entweder zu den drei bayrischen Regierungsbezirken Ober-, Mittel- und Unterfranken oder zu jenen Gebieten in Württemberg, Hessen und Thüringen, die ebenfalls dem ostfränkischen Kultur- und Sprachraum zuzuordnen sind – was sich in vielen Fällen daran erkennen lässt, dass sie den fränkischen Rechen im Wappen führen.

Pro Teilnehmer darf ein bislang unveröffentlichter Text mit max. 9000 Zeichen (ohne Leerzeichen) eingereicht werden, und zwar per E-Mail, als Word-Datei mit der Schriftart Arial und der Schriftgröße 12, an info@autorenverband-franken.de. Dazu in einer zweiten Datei bitte die persönlichen Daten (Name, Anschrift, Telefonnummer), eine Kurzbiografie (max. 700 Zeichen ohne Leerzeichen) und ein selbstgewähltes Kennwort beifügen. Auf dem Wettbewerbsbeitrag selbst darf dann nur dieses Kennwort erscheinen!

Hartgesottene E-Mail-Verweigerer können uns ihr Werk auch als Ausdruck zukommen lassen, ergänzt durch einen verschlossenen und mit dem Kennwort versehenen Umschlag, in dem sich die persönlichen Daten des Verfassers befinden. Diesen senden Sie bitte an 

 

AutorenVerband Franken
Lengefeldstr. 14
07407 Rudolstadt

 

Als Preise winken auch in dieser Runde wieder 300 Euro für die beste Einsendung und je 100 Euro für den zweiten und dritten Platz.

Einsendeschluss ist der 1. Juli 2020. Die Preisverleihung findet voraussichtlich im Juni 2021 in Kirchberg an der Jagst statt und wird rechtzeitig vorher bekanntgegeben. Teilnahmeberechtigt ist jede(r), mit Ausnahme der Jury und der Vorstands-mitglieder des AutorenVerbandes Franken. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Einsendung geben die Teilnehmer zugleich ihr Einverständnis zur Veröffentlichung ihrer Texte in einer Anthologie des AutorenVerbandes Franken..

 


 

Schaeff-Scheefen-Preis 2019: Jagdfieber in Franken!

Blauer Himmelsbogen, weiße Wolkentupfen und eine goldene Sonne, das war der 25. Juni 2019, der Tag des Büchermarktes in Kirchberg an der Jagst. Der AutorenVerband Franken nahm auch diesmal wieder diesen Tag als gutes Datum für die Verleihung des Schaeff-Scheefen-Literaturpreises.

1963 wurde der AutorenVerband Franken von Harro Schaeff-Scheefen in Würzburg gegründet. Der Verband besteht also seit 56 Jahren und zählt ungefähr 100 Mitglieder. Viele Jahre seines Lebens hat der Verbandsgründer in Kirchberg verbracht. Deshalb ist diese Preisverleihung, es ist mittlerweile die vierte, im Kirchberger Schloss auch eine Reminiszenz an Harro Schaeff-Scheefen.

Im Rittersaal des Schlosses hatten sich über 60 Literatur-Interessierte eingefunden. Dr. Norbert Autenrieth, der 2. Vorsitzende des AVF und Margit Begiebing, die Pressesprecherin, führten durch die Veranstaltung. „Hans Zitrone“, eine Band aus Zirndorf, war mit selbstgeschriebenen, teilweise in Mundart gesungenen Stücken für die musikalische Seite zuständig.

Viele Ehrengäste konnten begrüßt werden. Auch diesmal war der Neffe Schaeff-Scheefens, Falk Osberger, zusammen mit seiner Frau Hilde aus Kiel zur Preisverleihung  angereist. Hilde Osberger ist außerdem Mitglied der Bewertungsjury und hat das Eingangsgedicht der Anthologie geschrieben.

Dann kam die mit Spannung erwartete Lesung.

Mehr als 80 Einsendungen hatte es zum Thema „Jagdfieber in Franken“ gegeben. Außer dem Thema war der Bezug zu Franken wichtig und dass die Geschichte noch unveröffentlicht war.

In der Anthologie „Jagdfieber in Franken“ (ISBN 978-3-86963-390-9), die im Iatros-Verlag Sonnefeld erschienen ist, sind die besten 35 eingesandten Kurzgeschichten und Erzählungen enthalten. Nach der offiziellen Vorstellung wurde die Anthologie natürlich auch verkauft.

Was muss man sich unter „Jagdfieber“ vorstellen? Die Geschichten zeigen, dass man nach allem möglichen jagen kann, nach Bäumen, nach Worten, dem Fußball hinterher, Mitmenschen werden bejagt und sogar einem Schäufele kann man nachjagen. Und warum? Aus Liebe, Neid, Missgunst, wegen des lieben Geldes usw. usw. Die Gründe sind so vielfältig wie die Fantasie der Autoren. Absolut lesenswert das Ganze!

Als die 5 besten Beiträge der Literaturpreis-Ausscheibung von den Verfassern den Anwesenden vorgestellt worden waren, wurden Zettel verteilt. Das Publikum stimmte über die Reihenfolge der Gewinner ab. Es waren ausnahmsweise nicht nur drei, sondern fünf Lesende, vier Damen und ein Herr, die sich dem Urteil des Publikums stellten, da es im Vorfeld bei der literarischen Bewertung durch die unabhängige 9-köpfige Jury zu einer Punktgleichheit gekommen war.

Nachdem die abgegebenen Stimmen ausgezählt worden waren stellte sich wiederum eine Punktgleichheit heraus. Aus diesem Grund ergaben sich zwei 1. Plätze und ein 3. Platz.

Den begehrten ersten Platz teilten sich Anja Mäderer mit ihrer Geschichte „Das Kreuz im Altmühltal und Johannes Jung mit „Schleichjäger“. Evelyn Meyer mit ihrer Geschichte „An Goudn“ errang den dritten Platz. Zusammen mit Glückwünschen konnten die ersten 3 Sieger ihr Preisgeld in Empfang nehmen. 

Blumen für alle fünf Lesenden und ein Sektempfang im wunderschönen Ambiente des Rittersaales rundete den Nachmittag der Preisverleihung ab. 

Norbert Autenrieth und die drei ersten Preisträger in Kirchberg (Foto: Margit Begiebing)