Schaeff-Scheefen-Literaturpreisverleihung 2012

Ruhig fließt die Jagst unterhalb des Kirchberger Schlosses und spiegelt die barocke Fassade. Genauso wie die Wirklichkeit zeigt es auch das Buchcover der Anthologie des AutorenVerbandes Franken, die ruhig fließende Jagst mit dem gespiegelten Schloss.

Obwohl die offizielle Buchvorstellung erst für 17.00 Uhr angesetzt war lag die Anthologie am Morgen des 16.6.2012, als der Bücherstand des AutorenVerbandes eingerichtet wurde, bereits vor. Eifrig wurden über den Tag schon die ersten Bücher an die zahlreichen Besucher des Büchermarktes verkauft und die Werbetrommel gerührt für die Preisverleihung am späten Nachmittag.

So war es nicht verwunderlich, dass sich viel Publikum im wunderschönen Rittersaal des Schlosses eingefunden hatte, als es „ernst“ wurde. Die ersten drei Preisträger des Schaeff-Scheefen- Literaturpreises standen fest, die Reihenfolge sollte in geheimer Abstimmung das Publikum ermitteln.

Mucksmäuschenstill saßen die Zuhörer und ließen sich von den Lesenden mit in die jeweilige Geschichte nehmen. Das Thema war „Fließen“ und ein eindeutiger Bezug zu Franken sollte hergestellt werden können.

Nach der Stimmenauszählung war klar, der erste Preis ging an Oliver Graf aus Erlangen (vorn li.) und seinen super-spannenden Text mit dem Titel „Der Damm“. Er handelt von dem großen Dammbruch in Katzwang, der für einen Schüler fast zum Verhängnis geworden wäre.


Zweiter Preis für Margit Begiebing (vorn Mitte) und ihre „Flusserinnerungen“. Hier kommt die fränkische Rezat zu Wort, der Fluss selbst erzählt seine Geschichte. Er plaudert von Kaiser Barbarossa und seinem Fuchshengst, vom „Wilden Markgrafen“ und von Kaspar Hauser. Bis in die heutige Zeit spannt sich der Bogen.

Dritte wurde Irmelind Klüglein (vorn rechts) mit „Ruf eines Stummen“. Sie nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in ihre Kindheit und erzählte, wie der Fluss ihres jungen Lebens durch den Schulwechsel vom Dorf in die Großstadt jäh unterbrochen wurde.

Der zweite Vorsitzende des AutorenVerbandes Franken, Helmut Stauder ließ es sich nicht nehmen, die Schaeff- Scheefen- Literaturpreisverleihung zu übernehmen und den frischgebackenen Preisträgern ihre Preise zu überreichen.

Doch nicht nur die Texte der Literaten, auch die Texte des Liedermachers Trollius Weiss, der seine Lieder auf der Gitarre begleitete, handelten vom Fließen und waren wunderbar auf das Programm abgestimmt.

Zum Schluss blieb nur noch. die Anthologie (herausgegeben von Dr. Norbert Autenrieth und Wilfried Conrad, erschienen im Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg, ISBN 978-3-8260-4922-4) am Büchertisch zu erwerben, um sich daheim in aller Ruhe noch einmal dem „Fließen“ hingeben zu können.